Der Teufel macht Yoga

Um ehrlich zu sein, finde ich nicht, dass Miranda Priestley komplett verabscheuungswürdig ist. Im Gegenteil. Ich glaube, wäre ich etwas mehr wie sie, wäre einiges im Leben leichter. Am Ende sogar das Überleben. Nun bin ich aber eher Angela. Vor ihrer wunderbaren Verwandlung. Ohne die guten Gene von Anne Hathaway. Und ohne Hollywood. Mist.

Die Mode- und Yogawelt haben vieles gemeinsam: Yoga ist Mode und Mode ist Yoga. Vielleicht sollten wir uns nochmal darüber austauschen, nachdem Du versucht hast, Deinen normalen Körper in eine nicht normale Yogahose, neudeutsch „Pants“, zu schlängeln. Lang vorbei die Zeiten, wo Du Dich in wabernde Textilwelten hüllen durftest. Aber das ist weder wirklich schlimm, noch unser jetziges Thema.

Die eine Welt ist aufregend-glitzernd, die andere Welt ist achtsam-lieb. Beide sind beinhart. Aber das sind Haifischbecken ja auch in aller Regel.

Der Markt ist hart und ein Knochenjob. Nicht nur für Yogalehrer, sondern auch für die, die Yogalehrer produzieren. In manchen Fällen darf man auch von „ausbilden“ reden.

Das Business ist hart und Ausbildungen an wunderschönen Flecken der Erde bilden fast alle an. Wie im Haifischbecken überleben? Am besten als Hai mit der größten Klappe bzw. den größten Zähnen.

Bleiben wir im Tierreich. Was an anderen Orten der Wolf im Schafspelz, ist in der heilen Welt der immer lieben Yogis der Business-Mensch mit Anjali-Mudra und mildem Lächeln. Der Weg zur Erleuchtung ist nicht nur steinig. Er ist auch teuer.

Der Yogi im Business-Anzug mit Taschenrechner im produzierenden Gewerbe in Form einer Yoga-Fabrik macht nicht Wasser zu Wein, sondern Sinnsuchende zu Yogalehrern. Läuft. Aber nicht für jeden. Auch hier gilt, „nur die Harten kommen in den Garten“.

Nach einer Studie, die von dem Internetportal „fitogram“ in Auftrag gegeben wurde, gibt es einen augenscheinlichen Zusammenhang zwischen Wohlstand der Bevölkerung und dem Angebot an Yoga. So ist Frankfurt am Main zum Beispiel auf dem zweiten Platz nach Düsseldorf, was das Verhältnis der Bevölkerungszahl zur Anzahl der Yoga-Anbieter angeht.

2014 gab es in Deutschland 2,7 Millionen Yogapraktizierende (Quelle: BDY). Es dürften seither kaum weniger geworden sein. Der Markt ist also da.

Miranda oder Angela. Das ist hier die Gretchen-Frage. Geld oder Liebe? Oder geht vielleicht doch beides?

 

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